Woman, life, freedom - Iranischer Frauenwiderstand
Neue Ausstellung ab dem 10. September -----------------
Unter dem Motto „Woman, Life, Freedom“ gingen die Iraner Ende 2022 auf die Straße, was sich zu einer weltweiten Bewegung entwickelte. Die Ausstellung „Woman, Life, Freedom – Iranischer Frauenwiderstand“ beleuchtet die Vielschichtigkeit dieser Bewegung und ordnet diesen Widerstand in einen langen historischen Kontext ein. Im Mittelpunkt stehen die Stärke und die Widerstandsfähigkeit von Frauen und anderen Iranern, die sich trotz großer Risiken gegen Unterdrückung und Ungleichheit wehren.
Nachdem im Jahr 2026 die Iraner erneut massenhaft auf die Straße gingen, um gegen das Regime zu demonstrieren, und diese Proteste blutig niedergeschlagen wurden – mit einer beispiellosen Zahl von Toten –, beleuchtet die Ausstellung die Geschichten hinter der Protestwelle, die Ende 2022 im Iran ausbrach. Auslöser für diese Protestwelle 2022 war die Ermordung der 22-jährigen kurdisch-iranischen Jina Mahsa Amini durch die iranische Sittenpolizei, weil sie ihr Kopftuch vermeintlich nicht korrekt getragen hatte. Iraner aller Geschlechter, sozialen Gruppen und ethnischen Hintergründe wandten sich gegen das Regime. Mit den persischen Worten „Zan, Zendegi, Azadi“, die auf den kurdischen Slogan „Jin, Jiyan, Azadi“ (Frauen, Leben, Freiheit) zurückgehen, entwickelte sich die Protestbewegung zu einem landesweiten Aufstand. Die englische Übersetzung „Woman, Life, Freedom“ wurde international bekannt. Die Proteste fanden weltweit Nachfolger.
Die „Woman, Life, Freedom“-Bewegung kämpft für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie für (Entscheidungs-)Freiheit und Gleichheit für alle Iraner. Gerade weil Frauen oft die am stärksten unterdrückte Gruppe sind, bildet ihr Kampf den Kern einer breiteren Widerstandsbewegung.
Historischer Kontext
Die Ausstellung im Freiheitsmuseum zeigt, dass dieser Widerstand kein Einzelfall ist und dass der Widerstand der iranischen Frauen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Anhand einer Zeitleiste werden Schlüsselmomente, einflussreiche Frauen und Formen des Protests beleuchtet.
Ausgehend von diesem historischen Kontext zeigt die Ausstellung, wie sich der iranische Frauenwiderstand im Jahr 2022 manifestiert. Anhand persönlicher Geschichten, Nachrichtenbildern und Kunstwerken werden die Kreativität und der Mut der Bewegung in vielfältigen Formen des Widerstands deutlich: von Protesten auf der Straße und Online-Aktivismus bis hin zu Protesten aus Schulklassen, Gefängnissen, Gedenkstätten und dem Ausland.
„Woman, Life Freedom – Iranischer Frauenwiderstand“ ruft dazu auf, Geschichten des Widerstands aus dem Iran zu teilen. Da der Widerstand der Iraner gegen die Diktatur mit brutaler Gewalt niedergeschlagen wird, sind Unterstützung, Bewusstseinsbildung und Solidarität wichtiger denn je.
Entstehung der Ausstellung
Die Ausstellung wurde vom Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum) Amsterdam konzipiert, wo sie zuvor bereits gezeigt wurde. In Zusammenarbeit mit einer Beratergruppe iranischer Frauen in den Niederlanden hat das Widerstandsmuseum die Ausstellung auf die Beine gestellt. Jede Form des Widerstands kann schwerwiegende Folgen haben, darunter Haft und Tod. Iraner, die aus dem Land geflohen sind und die Bewegung unterstützen, werden vom iranischen Regime überwacht. Die Beratergruppe aus iranischen Frauen, die an der Konzeption und Gestaltung der Ausstellung beteiligt war, bleibt aus diesen Sicherheitsgründen daher teilweise anonym.